Es gibt Dinge im Leben, die benötigen einfach Zeit. Die meisten davon sind eher langweiliger oder nerviger Natur. Ganz anders sieht es dann bei Hobbys aus, vor allem wenn es sich um Kreative handelt. So etwas zehrt wirklich an der knappen Zeit des Erwachsenenlebens, bietet aber auch – im besten Fall – jede Menge Spaß. Trotzdem hat es gut sechs Jahre gedauert, bis mein erster Roman das Licht der Welt erblickte: Helena – Der Galgen wartet schon. Aber fangen wir ruhig von vorne an…

Aller Anfang…

Wir schreiben das Jahr 2013. Es ist Frühjahr, und Schnee bedeckt die deutschen Lande. Aus diesem Szenario formt sich in meinem Kopf eine klitzekleine Idee für ein Foto. Zwei Reiter in einem verschneiten Wald, die von einem Bären verfolgt werden. Also schnappe ich mir ein paar Lego-Figuren, mache aus dem einen Reiter einen Gesetzeshüter und aus dem anderen seinen Gefangenen. Die Bilder poste ich in einem englischsprachigen Legoforum und denke mir eine kurze Geschichte dazu aus. Dies ist die Geburtsstunde des Romans und der zwei Hauptfiguren: US-Marshal Matthew Crane und Richie Hanson, der kleine Gauner.

Damit fing alles an… Optisch änderten sich die Herrschaften in meinem Kopf aber noch. Richie (hinten) wurde deutlich jünger und Crane trägt dunklere Töne. Auch sein Pferd wurde zum Rappen.

Natürlich fange ich nicht sofort danach an, das Buch zu schreiben. Etwas Zeit verstreicht, und im Sommer beginne ich, die Szene auszubauen und mir Gedanken um eine Rahmenhandlung zu machen. Grundlegende Elemente des Buchs festigen sich zu diesem Zeitpunkt, und auch der Titel steht nun fest: Weibliche Namen für Ortschaften sagten mir schon immer zu – so ist Helena schnell ausgewählt, und auch der Handlungsort Montana passt perfekt in meine erdachte Welt. Der Untertitel „Der Galgen wartet schon“ soll erst später dazu kommen. Natürlich klassisch reißerisch an die alten Western-Titel angelehnt.

Kein Projekt für Einzelgänger

Als das erste Kapitel Form annimmt, beginne ich, Freunden von dem Projekt zu erzählen. Einige sind dann auch bereit, mir unter die Arme zu greifen und dafür zu sorgen, dass ich am Ball bleibe. Trotzdem rutsche ich in die erste größere Pause und lasse das Projekt bis 2014 ruhen. Gedanken darüber mache ich mir aber weiterhin. Vor allem ein Plotpunkt macht mir zu schaffen, weil ich keine Lösung dafür finde, ihn plausibel in die Geschichte einzubauen. Mit viel Konstruktion und komplizierten Erklärungen wäre es möglich, aber die Geschichte würde nur darunter leiden. Daher ist es eine Erleichterung, als ich mich entscheide, diesen Punkt ersatzlos zu streichen. Plötzlich sprudeln die Ideen wieder – eine gute Ermutigung weiterzumachen.

Ein Aspekt, den ich beim Schreiben an den Tag lege: Ich schreibe nicht chronologisch. Kommen mir Ideen und Szenen in den Kopf, bringe ich sie zu Papier und verbinde sie erst später zu einem großen Ganzen. So geschieht es auch bei Helena: Der Anfang steht, genauso der Showdown und der Epilog. Danach schreibe ich eine Action-Szene aus der Mitte des Buchs. Ich sehe schon andere Autoren die Hände über den Kopf zusammenschlagen…

Das Verbinden der einzelnen Szenen bedeutet dann auch viel Arbeit, schließlich muss ich schlüssig zwei Dinge verbinden – die in meinem Fall teilweise Jahre auseinander liegen. Diese Arbeit sorgt auch für die ein oder andere längere Pause, in der ich mich anderen Projekten widme. In dieser Zeit schreibe ich sechs Kurzgeschichten, beginne mit dutzenden Ideen sowie ganzen drei weitere Romanen… Ja, ich weiß, erstmal eine Sache zu Ende bringen und dann weitersehen. Aber so bin ich eben nicht.

Das eigene Buch stimmig abzulichten, ist eine Herausforderung. Im Vergleich zum Schreiben aber eine Kleinigkeit.
Zeit für Entwicklung

Diese Pausen und Arbeitsverteilungen haben aber auch etwas Gutes. Die Story von Helena kann sich entfalten und entwickeln. Ein weiteres Element, welches ich kurz vor dem Ende angesiedelt habe und eigentlich nur als „Lückenfüller“ herhalten soll, wird kurzerhand weiter nach vorne befördert und zu einem essenziellen Bestandteil der Antagonisten. Damit huldige ich auch einem sehr von mir geschätzten Film. Wer beim Lesen also das Gefühl hat: „Moment, das kommt mir bekannt vor“ – es ist so gewollt. Wer sich nicht an den Film erinnert fühlt, auch nicht schlimm.

Irgendwann 2016 packt mich dann die absolute Motivation: Innerhalb weniger Wochen fülle ich die verbliebenen Lücken und beende die Geschichte. Ein wahrlich bewegender Moment, endlich damit fertig zu sein. Ist natürlich ein Trugschluss, denn das Ende der Arbeit ist noch lange nicht erreicht.
Ich fertige ein Cover für das Buch und bereite den Text zum Druck vor. Im Dezember 2016 halte ich dann das erste Testexemplar von „Helena – Der Galgen wartet schon“ in den Händen. Wieder ein bewegender Moment.

Das Cover verändert sich über die Jahre nur minimal. Kleine Details – um die es mir leid tut – mussten weichen. Ist aber besser so.

Es ist nun an der Zeit, Testleser ins Boot zu holen. Ein Lektorat ist unerlässlich für einen Text. Aber ganz ehrlich, ein gutes Lektorat ist auch sehr teuer. Und da dieses Projekt ein reines Hobby ist und ich mir durchaus bewusst bin, dass ich mit dem gewählten Stoff keine Massen an Leser bekommen werde, ist für mich schnell klar, dass der Kosten-Nutzen-Faktor eines Lektorats sehr einseitig ausfallen wird. Ich konzentriere mich also auf meine Testleser.
Die machen ihre Arbeit auch sehr ordentlich und nehmen sich Zeit dafür. Unlogische Inhalte, absoluter Blödsinn und die obligatorischen Rechtschreibfehler werden gnadenlos aufgezeigt. Das anschließende Überarbeiten ist ernüchternd, aber auch befriedigend. Selbst hätte ich das nicht geschafft.

Anfang 2019 bekomme ich die Notizen der letzten Testleserin zurück und mache mich an die finale Bearbeitung. Ich trenne mich von Inhalten, die unnötig sind, streiche Füllwörter, wo es nur geht, und schleife die einzelnen Erzähl-Perspektiven meiner Figuren zu einem – hoffentlich – vernünftigem Bild. Übrigens, die eingangs erwähnte Szene ist auch in der finale Version noch enthalten.
Es wird sicherlich noch Dinge im Buch geben, die nicht glatt sind, oder Fehler, die ich und meine Helfer einfach übersehen haben. Beim nächsten Mal wird’s (noch) besser. Versprochen.

Hinaus in die Welt

Dann ist der Tag gekommen. Ein letzter Testdruck vor der Veröffentlichung – der mir noch zwei Optimierungen des Covers aufzeigt. Nachdem dies geschehen ist, gebe ich den Veröffentlichungsauftrag an BoD (Books on Demand). Aufgrund der Erfahrungen anderer Self-Publisher rechne ich mit grob zwei Wochen Bearbeitungszeit. Meine Überraschung ist also groß, als ich bereits nach ein paar Tagen die Information bekomme, dass mein Buch zur Veröffentlichung bereit steht und am 3. Juli 2019 das Licht der Welt erblickt. Also schnell die Facebook-Seite und die Homepage aktualisiert. Man muss die Fans ja informieren.

Werbebanner handgemacht:Als Self-Publisher muss man vieles selbst übernehmen – oder kostspielig anderen übertragen.

Es liegt – leider – in der Natur der Sache, dass das Self-Publishing nicht ganz so sauber funktioniert wie reguläre Verlagsveröffentlichungen. Helena ist bei BoD sofort lieferbar, alle anderen Anbieter listen den Titel zwar schon, aber ohne festes Lieferdatum. Das liegt daran, dass sich die Händler vorab keine On-Demand-Titel ins Lager legen. Mit der ersten Bestellung ändert sich das aber meistens und von da an sind 1 oder 2 Exemplare sofort lieferbar.  Interessierte dürfen also gerne beim Händler ihres Vertrauens bestellen und somit die Verfügbarkeit erhöhen. Ich würde mich freuen.
Bislang fehlt auch noch jede Spur eines eBooks. Das wird in den kommenden Wochen ebenfalls auftauchen und in der ersten Woche mit 50 Prozent Rabatt zu erwerben sein. Wer Interesse hat, sollte also immer mal wieder die Onlineshops durchforsten.

Trotz alledem bin ich glücklich, dass dieses Projekt, welches mich diese lange Zeit begleitet hat, nun beendet ist und sein eigenes Leben führen kann. Ich hoffe, die Leser haben ihren Spaß mit der Geschichte und verzeihen mir die Fehler, die noch zu finden sind. Aber egal wie die Resonanz ausfallen mag, danke schon im Voraus für das Interesse an diesem Buch! Allein das ist Lohn genug. Und nun los! Buch kaufen und durch Montana reisen in Begleitung von Marshal Crane und Richie Hanson.

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Helena – Der Galgen wartet schon


Nach einem Bankraub gerät Richie Hanson in die Fänge von Marshal Matthew Crane. Der will den Ganoven nach Helena – die Hauptstadt Montanas – bringen und ihn so seiner gerechten Strafe zukommen lassen.


Die Reise verläuft nicht ganz nach Plan. Der Weg nach Helena erweist sich als überaus schwierig. Es dauert nicht lange, und das ungleiche Paar ist auf Hilfe angewiesen. Doch nicht nur das: Der ursprüngliche Eigentümer des Geldes will es um jeden Preis zurückhaben. Dumm nur, dass der selbst keine sonderlich reine Weste hat und ihnen bereits auf den Fersen ist. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die ersten Kugeln fliegen…


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